Hilfen im psychischen Notfall
Wenn Sie sich in einer Lage wiederfinden, die für Sie kaum noch auszuhalten ist – etwa, weil Sie keine Hoffnung mehr spüren, das Gefühl haben, sich selbst nicht mehr unter Kontrolle zu haben oder Realität und Vorstellung nicht mehr unterscheiden können –, ist es wichtig, möglichst bald Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Im Folgenden finden Sie einige Informationen darüber, welche Schritte Sie unternehmen können, um im psychischen Notfall Unterstützung zu erhalten.
Erste Ansprechpartner
Sprechen Sie mit vertrauten Personen über Ihre Sorgen – besonders dann, wenn Sie selbst keinen Ausweg mehr sehen. Auch Angehörige, Freunde oder Kolleg:innen können sich professionelle Unterstützung holen, wenn sie unsicher sind, wie sie helfen können. Wer sich öffnet, kann Hilfe und Entlastung erfahren.
Wenden Sie sich außerdem an Ihre Hausarztpraxis – dort hat man Erfahrung im Umgang mit psychischen Belastungen und kann einschätzen, was Ihnen aktuell helfen könnte. Gemeinsam lassen sich weitere Schritte besprechen.
Wenn kurzfristig niemand erreichbar ist, steht Ihnen der Sozialpsychiatrische Dienst Kreis Offenbach zur Verfügung. Sie erreichen ihn unter der Telefonnummer 06074 818063792 – montags bis mittwochs und freitags von 8:30 bis 12 Uhr. Der Dienst bietet medizinische und psychosoziale Unterstützung für Menschen in psychischen Krisen, führt Beratungsgespräche und auf Wunsch auch Hausbesuche durch – bei dringendem Bedarf auch kurzfristig.
Ärztlicher Notdienst
Ärzte und Ärztinnen im Bereitschaftsdienst behandeln Patient:innen, deren Symptomatik zu dringend ist, um bis zur nächsten regelmäßigen ärztlichen Sprechstunde zu warten, z. B. wenn Sie in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen Unterstützung benötigen, und gleichzeitig Ihre Notsituation nicht so dringend ist, dass eine sofortige Benachrichtigung des Rettungsdienstes angezeigt wäre.
Unter der bundesweit kostenlosen Telefonnummer 116 117 erfahren Sie, wo Sie in dringenden medizinischen Fällen in Ihrer Nähe ärztliche Hilfe erhalten. Hierfür werden Sie an den jeweiligen Bereitschaftsdienst in Ihrer Region weitergeleitet.
Sie finden diesen Service auch online unter: www.116117.de
Notruf/Rettungsdienst
Wenn eine unmittelbare Gefahr für Ihr eigenes Leben oder das anderer besteht, zögern Sie nicht, den Rettungsdienst (112) zu verständigen. Wenn Sie z. B. drängende Gedanken haben, die sich mit dem Wunsch beschäftigen, tot zu sein, zu sterben oder anderen etwas anzutun, nehmen Sie bitte sofort Hilfe in Anspruch.
Zu Ihrer Orientierung: Bei Lebensgefahr rufen Sie den Rettungsdienst (112), in Gefahrensituationen die Polizei (110).
Beim Absetzen des Notrufs schildern Sie die Situation anhand der fünf W: Wo ist der Notfallort? - Was ist geschehen? - Wie viele Betroffene? - Welche Art von Notfall liegt vor? - Warten auf Rückfragen!
Suizidprävention
Wenn eine unmittelbare Gefahr für Ihr eigenes Leben oder das anderer besteht, zögern Sie nicht, den Rettungsdienst (112) zu verständigen. Wenn Sie z. B. drängende Gedanken haben, die sich mit dem Wunsch beschäftigen, tot zu sein, zu sterben oder anderen etwas anzutun, nehmen Sie bitte sofort Hilfe in Anspruch. Auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention sind viele hilfreiche Informationen zu finden, z. B. gibt es eine Suchfunktion zu regionalen Hilfsangeboten in suizidalen Krisen.
Auch die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Freunde fürs Leben e.V. bieten online umfangeiche Informationen zu depressiven Erkrankungen und Suizidprävention, z. B. eine Checkliste zu Warnsignalen und einen Selbsttest, sowie Hinweise zu verschiedenen ambulanten und stationären Hilfsangeboten.
Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention (FRANS): Zusammenschluss von mehr als 60 Frankfurter und überregionalen Institutionen und Organisationen, in deren beruflichem Alltag suizidales Verhalten und das Thema Suizidprävention eine Rolle spielen. FRANS möchte für das Thema Suizid sensibilisieren und sich für die Weiterentwicklung umfassender Hilfs- und Bewältigungsangebote in Frankfurt und Umgebung einsetzen. Ein weiteres wichtiges Ziel stellt die Entstigmatisierung des Themas Suizid und psychischer Erkrankungen im Allgemeinen dar. https://frans-hilft.de/
Psychiatrische Notaufnahme
Wenn Sie sofort persönliche Hilfe benötigen und ggf. stationär psychiatrisch aufgenommen werden möchten, können Sie sich jederzeit direkt in der nächsten Notaufnahme eines Krankenhauses mit psychiatrischer Abteilung vorstellen. Diese Stellen sind rund um die Uhr fachärztlich besetzt und verpflichtet, jeden psychiatrischen Notfall kurzfristig aufzunehmen.
Weitere Hilfsangebote
- Antidiskriminierungsstelle - Beratung und Informationen zu Diskriminierungen aufgrund von Alter, Behinderung, chronischer Krankheit, ethnischer Herkunft, Religion, Geschlecht und sexueller Identität
- Weißer Ring - bietet Unterstützung für Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind, unter der Telefonnummer: 116 006; bundesweit, anonym, kostenfrei
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen - Beratung für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben, unter: 116 016; bundesweit, anonym, kostenfrei, durchgehend besetzt; zudem wird online eine Mail- und Chatberatung angeboten
- Hilfeportal sexueller Missbrauch - Hilfetelefon unter der Nummer: 0800 22 55 530; bundesweit, anonym, kostenfrei
- Frauennotruf und Beratung für vergewaltigte Frauen pro familia Offenbach unter: 069 / 850968022
- Krisenchat - kostenlose Beratung für alle unter 25 Jahren, per WhatsApp oder SMS an die Handynummer: 01573 5998143; vertraulich zu jederzeit bei jeder Art von Krise
- Elterntelefon - bietet Beratung z. B. bei Erziehungsproblemen, Schulschwierigkeiten, Familienkrisen, Sucht oder Internet-Gefahren, unter der Telefonnummer: 0800 / 111 0550; bundesweit, anonym, kostenfrei
- Silbernetz - alle über 60 Jahre, die reden möchten, können hier anrufen: 0800 / 4 70 80 90; bundesweit, anonym, kostenfrei
- SeeleFon - Telefonberatung für Angehörige eines psychisch erkrankten Menschen, unter: 0228 / 71 00 24 24; bundesweit und anonym; darüber hinaus gibt es eine E-Mail-Beratung